Torf – Torfabbau – Alternativen


Material, das Wasser speichert, individuell düngbar, luftig leicht ist und den Boden auflockert, ist für die meisten Hobbygärtner das perfekte Pflanz- und Düngesubstrat.
All diese Voraussetzungen erfüllt Torf. Jedoch ist der Abbau von Torf mit sehr vielen Nachteilen für die Natur verbunden und Torf sollte daher, gerade im Privatgarten bestmöglich keine Verwendung finden.

Was aber ist Torf und was macht der Abbau mit der Natur?
Torf entsteht in Mooren. Aus alten Pflanzen entsteht unter Luftabschluss über Jahrtausende hochwertiger Torf. Es gibt unterschiedliche Formen von Torf, aber alle werden auf die gleiche Weise abgebaut. Um die Flächen maschinell befahren zu können und den Torf abbauen zu können, müssen die Moore entwässert werden. Diese Entwässerung in Verbindung mit dem Abbau zerstört große Naturflächen unwiederbringlich. Durch diese Zerstörung verlieren viele Pflanzen- und Tierarten ihren Lebensraum und verschwinden langsam aus unserem Leben. Ökologen haben Moore daher mittlerweile als bewahrenswerte Biotope eingestuft und ein Abbau findet in Deutschland nicht mehr statt. Jedoch in anderen Ländern der EU.

 

Gibt es für die Berufsgärtnereien bisher kaum Alternativen, gibt es zumindest für den privaten Garten mittlerweile doch einige Möglichkeiten bewusst auf Torf zu verzichten. Immer mehr Pflanzsubstrate mit dem Aufdruck „torffrei“ finden den Weg in die Märkte.
Als Alternative für Torf findet da beispielsweise Rinde, Holzabfälle und einfacher Kompost, Verwendung in der Bodenverbesserung. Die Eigenschaft der Wasserspeicherung erfüllen auch Holz- und Kokosfasern. Letztere werden oft auch vermalen und haben somit identische Wasserspeichereigenschaften wie Torf. Der Transport von Kokos über Schiffe belastet die Umwelt nicht mehr wie der Torfabbau und die entsprechende Weiterverarbeitung.

 

 
Auch Presstöpfchen, die gerade im Frühjahr oft in den Geschäften zu finden sind, die sich selber auflösen und die Pflanzenanzucht so leicht machen sollen, sind oft aus Torf. Hierfür gibt es endlos Alternativmöglichkeiten. Will man die Töpfchen mit einpflanzen kann man sich diese aus Papier, Klopapierrollen oder Eierschachteln machen. Ansonsten bieten sich einfache Joghurtbecher, Tetrapaks, oder die übrigen Blumentöpfe aus Kunststoff vom Vorjahr an. Einmal kurz umgedreht und draufgeklopft ist die Pflanze schnell entnommen und kann in den freien, offenen Boden entlassen werden.

 

In Zeiten immer weniger werdender Ökosysteme und aussterbender Tierarten wird der Schutz einzigartiger Biotope, wie die Moore, immer wichtiger und ein Verzicht auf Torf, und sei es nur im kleinen privaten Garten, ist ein großer Schritt für die Natur und Umwelt.