Wie du zu guten Samen kommst.


Das F1 Saatgut und die Hybride


Klickt man sich im Frühjahr auf Facebook durch verschiedenste Gartengruppen fallen oft Beiträge von stolzen Gartenbesitzern auf, mit Bildern von neu gekauften Saatguttüten. Jeder freut sich über seinen Fang und bald anfangen zu können.
Und oft dauert es nicht lange, und die Diskussionen gehen los. F1! Hybride! Ursaatgut! Samenfest!
Aber was hat es damit überhaupt auf sich?

Um das zu klären, müssen wir kurz in die Vergangenheit schauen. Durch Kreuzungen unterschiedlicher Pflanzen wurden über Jahre und Jahrzehnte neue Sorten gezüchtet. Diese Sorten sind so stabil über Generationen gezüchtet, dass auch deren Saatgut die gleiche Pflanze, mit den gleichen Eigenschaften hervorbringt.



In der heutigen modernen Zeit gibt es aber Möglichkeiten Sorten so zu kreuzen, dass erwünschte Eigenschaften schnell sichtbar werden. Die mehltauresistente Gurke, die braunfäuleresistente Tomate, etc. Diese Kreuzungen sind einmalig. Das heißt, das Saatgut stammt aus der ersten Generation (F1) und ist noch nicht stabil weiter gezüchtet. Damit hat man zwar im ersten Jahr die tollen Eigenschaften, nimmt man aber Saatgut davon ab und vermehrt es im Folgejahr, kann das komplett aufsplitten und man kann die Elternpflanzen im Garten stehen haben. Das kann durchaus auch gut verlaufen, mit guten Eigenschaften, aber auch mit den weniger guten Eigenschaften.

Zum veranschaulichen ein Beispiel:
Eine Paprika hat eine tolle Fruchtfarbe, aber steht nicht sehr stabil. Eine andere Paprikapflanze hat keine schöne Fruchtfarbe, aber steht stabil. Über moderne Vermehrung kann eine Kindergeneration (F1) gewonnen werden, die eine tolle Fruchtfarbe hat, und stabil steht.
Nimmt man davon jedoch Saatgut ab, kann es sein dass die Pflänzchen auch wieder die Eigenschaften der Eltern haben.
In der Vergangenheit wurde diese Kindergeneration über Jahre weiter vermehrt, über Selektion immer Saatgut der Pflanze mit den besten Eigenschaften verwendet und somit eine Sorte entwickelt, die stabil in ihren Eigenschaften ist.



Natürlich sind die Pflanzen und Früchte von F1 Saatgut deswegen nicht schlecht und auch mit Gentechnik hat F1 nichts zu tun. Jedoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass mit diesen F1 Kreuzungen immer mehr die alten, bewährten Sorten verdrängt werden und die Großkonzerne, die die F1 Entwicklung nur hervorbringen können, damit mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.

Und ein weiterer Faktor, man macht sich damit auch davon abhängig, jedes Jahr neues Saatgut kaufen zu müssen. Mit samenfestem Saatgut, oder Ursaatgut, also bewährten alten Sorten, kann man sich ein stückweit unabhängig machen. Und es macht Spaß, nicht nur Obst und Gemüse zu ernten, sondern auch die Zukunft!

PS: Der Hinweis F1 muss auf den Saatguttütchen aufgedruckt sein, wenn es sich um F1-Saatgut handelt!

 

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