Von wegen Unkraut!


Essbare Unkräuter – den „Feind“ im Garten aufessen

Wer kennt sie nicht, Unkräuter, invasiv und kaum zu entfernen. Bei vielen hinterlassen diese ungebetenen Gäste im Garten viel Frust, dabei sind viele von ihnen essbar und sogar sehr gesund. Einige davon werde ich hier vorstellen.

Gelb leuchtet es im Frühjahr über den, sonst so gepflegten, Rasen. Aus den kleinsten Pflasterfugen, gar aus Beton erscheint diese Pflanze. Löwenzahn. Sowohl Blätter, Blüten als auch die Wurzel sind essbar. Geerntet wird von April bis Oktober. Die Blätter schmecken leicht bitter, leicht nussig und passen sehr gut in Salate, oder auf Butterbrote. Oder gekocht auch als Spinatalternative. Am besten schmecken die noch sehr jungen und kleinen Blätter. Die Wurzel schmeckt auf dem Butterbrot, in Scheiben geschnitten, sehr lecker. Und die Blüten ergeben eine leckere Honigalternative.

Einmal nicht aufgepasst und schon einen brennenden Schmerz an der Hand, die Brennnessel ist auch ein sehr häufiges Beikraut in den Gärten. Sie ist nicht nur eine Zeigerpflanze, die nährstoffreichen Boden anzeigt, sondern auch ein vielfältiges Küchenkraut. Die Blätter ergeben eine leckere Spinatalternative oder sind ein toller Snack in Bierteig ausgebacken.

Das wohl bekannteste, aber auch verfluchteste, Beikraut in den Gärten, ist Giersch. Sehr früh im Jahr erscheinen die Blätter und kurz darauf auch die Blüten. Das frische und scharfe Aroma der Blätter entfaltet sich bereits beim Reiben daran. In kleinen Mengen kann das Kraut als Petersilienersatz dienen, oder als Gewürz zu Kartoffeln. Gekocht und püriert ein leckerer Spinatersatz.

 

Hat man eine leicht feuchte Stelle im Garten, siedelt sich da auch schnell der Sauerampfer an. Die leicht säuerlich schmeckenden jungen Blätter sind sehr lecker im Salat und passen gut in Suppen und Eintöpfe. Der hohe Vitamin C und Eisengehalt macht ihn sehr gesund.

Ein helllila Blütenmeer auf den Wiesen, und vielleicht auch der ein oder andere Blütenstand im Garten: Schaumkraut. Scharfer, kresseartiger Geschmack der jungen Blätter und Blüten passt gut in Kräuterquark oder auf das Butterbrot.

Der schweizer Kräuterpfarrer Johann Künzle sagte einmal:

Wenn die Menschen das ‚Unkraut‘ nicht nur ausreißen, sondern einfach aufessen würden, wären sie es nicht nur los, sondern würden auch noch gesund.

Vielleicht beim nächsten Gang durch den Garten und dem Ärger über Beikräuter, drüber nachdenken, ob man es nicht einfach aufessen kann. Guten Appetit!