Gartenplanung: Tipps und Tricks rund um's (neue) Hochbeet


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Hochbeete sind der Trend im Gartenbau. Waren Gemüseanbau und -ernte in den letzten Jahren und Jahrzehnten eher was für die ältere Generation gewinnt der eigene Anbau von Obst und Gemüse zunehmend auch für die junge Generation an Bedeutung. Durch immer knapper werdenden Wohnraum und Gartenfläche bleibt dabei dann nur das Gärtnern in die Höhe. Zusätzlich ist das Gärtnern mit Hochbeeten rückenschonend und übersichtlich. Die höheren Bodentemperaturen sind dem Obst und Gemüse sehr zuträglich und der Ertrag entsprechend hoch; noch dazu braucht es einen verringerten Düngemitteleinsatz und man kann gleich seine Gartenabfälle sinnvoll nützen. 

 

Wie und wann baut man ein Hochbeet?

An Hochbeeten gibt es endlose Variationen. Fertige Hochbeete aus Wellblech, Steinen, Paletten oder selbst aus Holz gebaut. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und wann errichtet man es am besten? 

An sich ist der beste Zeitpunkt, um ein Hochbeet zu bauen, der späte Herbst. Denn da fällt besonders viel kompostierbares Material im Garten an. Jedoch muss man nicht unbedingt auf den nächsten Herbst warten, wenn man ein Hochbeet haben möchte, denn auch im zeitigen Frühjahr zahlt sich ein Bau noch aus. 

In unserem Beispiel haben wir ein Hochbeet aus einem alten Bauernbett gebaut.

 

Die richtige Höhe und Ausrichtung des Hochbeets

Eine angenehme Arbeitshöhe bewegt sich zwischen 80 und 100cm, aber natürlich hängt es von der individuellen Körpergröße ab. Orientieren kann man sich dabei gut, an der Höhe der eigenen Küchenarbeitsplatte. Bei der  Anpflanzung von Tomaten ist es sinnvoll, das Beet niedriger zu halten oder sich auf niedrig wachsende Sorten zu spezialisieren. Vergiss nie die Wuchshöhe der jeweiligen Pflanze ;)

Die meisten Hochbeete haben einen rechteckigen Grundriss, jedoch ist die Form ganz der Kreativität des Erbauers überlassen - und natürlich sollte die Form des Hochbeetes auch in das Gesamtkonzept des Gartens passen. Für die Ausrichtung ist Nord-Süd am idealsten, da das Sonnenlicht am besten ausgenützt werden kann. Höherwachsende Sorten sollten dabei in der Mitte des Beetes gepflanzt werden und niedrig wachsende am Rand, damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig das Licht wegnehmen. Auch zu beachten wäre eine Staffelung in Nord-Süd-Richtung: hoch wachsende Pflanzen im Norden anpflanzen, niedrig wachsende im Süden. 

Auch sollte man darauf achten, dass es in der Nähe des zukünftigen Hochbeetes einen Wasseranschluss gibt. Die Pflanzen in Hochbeeten brauchen mehr Wasser, da es durch den Verrottungsprozess im Inneren des Beetes eine größere Wärmeentwicklung gibt. Auch das sollte man bedenken, bevor man ständig schwere Gießkannen schleppt. 

Möchtest du dein Hochbeet unterschiedlich befüllen, dann ist es zu überlegen, ob du nicht das Ganze in zwei oder mehrere Kammern aufteilst. Dadurch kannst du - je nach Befüllungsart und Verwendung von Erde bzw. Substraten - unterschiedliche Wachstumszonen schaffen. Denn verschiedene Pflanzen haben unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse, wie z.B. die meisten Kräuter oder andere schwach zehrende Pflanzen, denen zu viele Nährstoffe schaden. 

 

Schutz von unten

Wenn das Hochbeet direkt auf dem Erdreich seinen Platz bekommt, empfiehlt sich ein feinmaschiges Gitter unter zu legen, um Wühlmäusen und anderen Nagern den Zugang zu verweigern. Bei selbstgebauten Hochbeeten einfach das Drahtgitter auf dem Boden auslegen, an den Seiten nach oben biegen und an der Konstruktion befestigen. 

Ohne direkten Bodenanschluss benötigt man das nicht, jedoch muss man dann darauf achten, dass auch Regenwürmer nicht in das Hochbeet finden und eine Verwertung von Kompost ausbleibt.

 

Schutz vor Feuchtigkeit, Fäulnis und Schnecken

Sobald das Hochbeet an Ort und Stelle steht, wird es, falls es aus Holz ist, mit Folie ausgekleidet, um das Holz vor Nässe zu schützen. Hierfür gibt es einige Auswahl an Folien im Baumarkt. Gut kann man dafür Teichfolie verwenden. Befestige die Folie vor dem Befüllen an den Wänden, lass jedoch noch den oberen Bereich unbefestigt, solange sich das Beet noch nicht verdichtet hat, da die Folie sonst beim Nachrutschen reißen könnte. 

Die Schneckenplage hält sich beim Hochbeet zwar sicherlich eher in Grenzen als im Flachbeet, jedoch ist es auch hier sicher nicht verkehrt vorzusorgen. Eine umlaufende Schneckenschutzkante, z.B. aus zugeschnittenen, angewinkelten Blechprofilen, schützt vor den lästigen Eindringlingen. 

 

Das Hochbeet zum Frühbeet machen

Auch das Hochbeet kann schon früh im Jahr genützt werden, wenn man ihm ein Dach gibt. Baust du dir dein eigenes Hochbeet, dann kannst du das aus gebogenen Rohren oder einem starken Draht mit Folie oder Vlies verkleidet, auch selbst anfertigen. Auch Folientunnel sind dafür gut geeignet. Jedoch ist auf die regelmäßige Belüftung zu achten, damit es nicht durch gestaute Feuchtigkeit zur Pilzbildung kommt. 

 

Das richtige Befüllen

Die unterste Lage im Hochbeet sollte grober Baum- und Strauchschnitt sein, für die optimale Durchlüftung, da das Beet dann von unten mit genügend Sauerstoff versorgt wird. 

 

 

Als nächste Schicht kann man grobes Häckselgut verwenden. Dieses ist dichter als die Reisigschicht und gibt dem Hochbeet eine kompakte Grundlage. Darauf kommt  - soweit vorhanden - eine Laubschicht. Laub ist eine ausgezeichnete Grundlage für die nährstoffreiche Kompostschicht, die jetzt folgt. Sollte kein Laub vorhanden sein, kann man auch Grasschnitt bzw. umgedreht Grassonden verwenden. 

 

 

Als nächste Schicht folgt unfertiger Kompost, der gerne auch aus grobem Küchenkompost bestehen kann, solange er natürlich keine Fleischabfälle beinhaltet.  

Bitte beachte: Ohne Bodenanschluss fehlen die Regenwürmer, die für die Verwertung des Komposts zuständig sind. Diese müssten dann händisch zugeführt werden.

 

 

Auf den unfertigen Kompost folgt dann reifer bzw. feiner Kompost folgen. Feiner Kompost setzt sich aus Küchenabfällen, Rasenschnitt und z.B. zerkleinerten Baum- und Strauchschnitt oder Stroh zusammen. 

Nicht auf den Kompost gehören Restmüll, Knochen, Fleisch, Wurstreste, Katzenstreu, Speiseöle und Fette sowie Flüssigkeiten wie Suppen oder Salatsaucen.  Wenn du keinen eigenen Komposthaufen hast, kannst du auch hochwertigen Gütekompost verwenden

Die letzte Schicht ist gute, reichhaltige Gartenerde - in unserem Fall haben wir natürlich Gaia Ur-Erde verwendet. Diese letzte Erdschicht muss nicht sehr breit sein.  

 

 

Bei der Pflanzung ist darauf zu achten, dass am Anfang stark zehrende Pflanzen angesetzt werden. Dazu gehören Paradeiser, Paprika, Auberginen oder Kürbisse. Erst dann sollten die Mittelzehrer, wie Karotten oder Salate, eingesetzt werden (am besten erst im dritten Jahr nach dem Erstellen und Anlegen deines Hochbeetes). Bohnen, Erbsen und Kräuter zählen zu den schwach zehrenden Pflanzen und sollten im letzten Drittel der Lebenszeit deiner Hochbeetfüllung gepflanzt werden. Denn nach fünf bis acht Jahren hat sich das Hochbeet erschöpft und es muss ganz ausgeräumt und wieder in den Schichten neu befüllt werden. 

So ausgerüstet können wir gut in das neue Gartenjahr starten und auf reiche Ernte hoffen - auch schon im ersten Jahr unseres neuen Hochbeetes!

 

 

Viel Spaß und Freude beim Bauen, Füllen und Pflanzen deines eigenen Hochbeetes wünscht 

Georgie von Gaia Garten-Blog :)

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